Samantha bei den WYCC 2012 in Maribor

Der folgende Artikel erschien etwas gekürzt in der NW am 24.11.2012
(Autor: N.N.):

Paderborner Schachprinzessin
Die 8-jährige Samantha Schmidtmann (SK Blauer Springer Paderborn) repräsentierte Deutschland bei der Jugend Weltmeisterschaft in Maribor, Slowenien. Nach Kevin Schröder ist sie die zweite Spielerin, die in der Geschichte des Schachsports Paderborn an einer Weltmeisterschaft teilnimmt.

Körperlich noch erschöpft von der langen Fahrt sitzt Samantha im Trainingsraum des B.I.B. und starrt fast regungslos auf das Schachbrett. Vor ihr sitzt ein 14-jähriger Jugendlicher und wartet beharrlich auf ihre Reaktion. Die Lautstärke in dem, von jugendlichen Paderbornern gefüllten Raum steigt langsam an. Viele Spieler haben ihr Spiel beendet und analysieren gemeinsam Ihre Partien. Trainer Zoltan Nagy hat seine Vorlesung beendet und gesellt sich zu seinen Schützlingen.
Die Uhr tickt, Samantha’s Hand kreist über dem letzten Soldaten, einem Bauern. Der Bauer hat es geschafft, er hat das Ende des Schachbretts erreicht. Als Belohnung verwandelt er sich in eine Dame. Erbarmungslos drückt die Zeit, das Spiel verwandelt sich vom konzentrierten Denkspiel in das schnelle, chaotische Endspiel. Zug, Klick, Zug, Klick. Noch 12 Sekunden, aber die Schlacht ist vorbei: Schachmatt!

Samantha lächelt, das erste Anzeichen einer emotionalen Reaktion. Mit hoher Konzentration, Beständigkeit und langem Training seit ihrem vierten Lebensjahr hat sie sich in die deutsche Spitze hochgearbeitet. Die Belohnung war die deutsche Nominierung zur Jugend Weltmeisterschaft in Maribor, Slowenien.
Der Deutsche Schachbund stellte in Maribor 40 Spieler in den verschiedenen Altersklassen. In der U8w war die amtierende EU Meisterin die einzige Spielerin aus Deutschland. Aus dem Bereich OWL trat noch Matthias Blübaum aus Lemgo an.

„Abends in der Kneipe habe ich mit meiner Freundin Francesca gespielt. Die Partie war Remis und wir haben uns den Orangensaft geteilt.“ berichtet Samantha glücklich. Ein Junge aus Sri Lanka und ein Mädchen aus Südafrika waren weitere Freunde. Gemeinsame Interessen überwinden sprachliche Barrieren.

In Schachkreisen sind die Spieler des Blauen Springers schon lange bekannt und gefürchtet. Der Verein hat sich der Jugendförderung gewidmet und feiert zur Zeit enorme Erfolge in den jüngeren
Altersklassen. Samantha gilt mit ihrer langjährigen Erfahrung als Spitzentalent, gefolgt von vielen jungen Springer in verschiedenen Altersklassen. Das ohe Potential des Vereins wurde von der
Sparkasse Paderborn erkannt, die als erste eine Zusammenarbeit mit dem Blauen Springer anstrebte. „Kinder, denkt an Eure Zukunft!“

Und was macht die Schule? Mutter Virgincita bleibt gelassen: „Schachkinder trainieren täglich Konzentration und Durchhaltevermögen.“

Zum Abschluss des Trainings heben die Kinder ihre Hände und rufen: „Go Springer go!“ Der letzte Kampfruf, im B.I.B. kehrt wieder akademische Ruhe ein.

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